Denkmal Straße

Künstlerische Arbeit im öffentlichen Raum einer Tageszeitung

2. bis 22. August 2014

Vom 2. bis zum 22. August 2014 veröffentlicht die Leipziger Volkszeitung (LVZ) die Serie “Denkmal Straße”, einen Auszug aus der fotografischen Arbeit “200 Straßen Leipzigs” von Prof. Torsten Hattenkerl.
Die Bilder entstanden im Kontext des Seminars “Orte, die man kennen sollte” der HGB und werden zum 250-jährigen Jubiläum der Hochschule als “künstlerische Arbeit im öffentlichen Raum” täglich im Lokalteil der LVZ abgedruckt sowie auf der Internetpräsenz der Zeitung, LVZ online, zu sehen sein.

Prof. Hattenkerl dokumentierte zwischen 2012 und 2014 alle Straßen und Plätze Leipzigs, die nach Widerstandskämpfern gegen beziehungsweise Opfern des Nationalsozialistischen Regimes benannt wurden. Die begleitenden Texte zu den Bildern schrieb die Historikerin Dr. Johanna Sänger (Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig). Sie zeigt darin die Biografien der Erinnerten und stadtgeschichtliche Kontexte der dokumentierten Orte auf.
Prof. Hattenkerl setzt sich seit Längerem mit unterschiedlichen Aspekten und Formen der Erinnerungskultur auseinander. Bei der Arbeit „200 Straßen Leipzigs“ sei es in diesem Zusammenhang bemerkenswert, „dass diese Straßen und Plätze, anders als etwa durch Tafeln bezeichnete Orte, eben keine authentischen sondern vielmehr abstrahierte Gedenkorte darstellen“, so Hattenkerl. Auf besondere Weise werde hier „die stadtplanerische Notwendigkeit, Straßen zu benennen, mit einem politischen und ethischen Erinnerungsauftrag verbunden“.
Die entstandenen Fotografien sind Ergebnisse längerer Begehungen dieser Orte und zeigen sowohl situative Momente als auch statische Zustände. Damit repräsentieren sie zunächst den gegenwärtigen Zustand des städtischen Leipzigs – erst durch eine spezifische Rekontextualisierung und Kommentierung erschließt sich eine mit den Motiven verbundene Erinnerungsleistung.
Durch die Einbettung in den Lokalteil der Zeitung sowie die Kontinuität der Veröffentlichung über drei Wochen wird die Alltäglichkeit der Straßen in die Alltäglichkeit des städtischen Geschehens bewusst als „Nachricht“ zurückgeführt. Somit wird eine breitere Öffentlichkeit angesprochen und ein öffentlicher Diskurs zur Erinnerungskultur angeregt.

Die Serie ist hier online verfügbar.

Post Navigation